Der Junge, die Bäume und das Patent
29.08.2011 | von Die Tarifexperten | Kategorie: Energie
Manchmal sind es die ganz Jungen, die die ganz tollen Sachen entdecken. Da forschen und basteln irgendwelche Wissenschaftler Jahrzehnte lang und dann geht ein 13-Jähriger für einen Nachmittag im verschneiten Winterwald spazieren und entdeckt etwas, was die Forschung in Sachen Solarenergie ganz schön auf den Kopf stellt.
Eines vorweg: Es wurde online längst laut, die Entdeckung des Jungen sei gar nicht so toll und eigentlich alt und überhaupt sollten sich alle beruhigen. Aber hey, eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte. Und diese geht so:
Der 13 Jahre alte Aidan Dwyer aus New York ging in den Wald. Er schaute sich die Bäume an, die Blätter und er fragte sich, ob es wohl ein spezielles Prinzip gäbe, wie die Blätter an den Ästen der Bäume angeordnet sind, und ob diese Anordnung beispielsweise sicherstellt, dass auch genug Licht an die Blätter kommt, wenn es zum Beispiel bewölkt ist.
Aidan muss an sich schon sehr an Naturwissenschaften interessiert gewesen sein, denn die Frage beschäftigte ihn auch auf dem Heimweg, und als er zu Hause an seinem Computer saß. Aidan hat dann mal etwas im Internet herumgesucht und etwas entdeckt. Er stieß auf die sogenannte Fibonacci-Folge, eine unendliche Folge von Zahlen (den Fibonacci-Zahlen), bei der sich die jeweils folgende Zahl durch Addition ihrer beiden vorherigen Zahlen ergibt: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, … Benannt ist sie nach Leonardo Fibonacci, der damit 1202 das Wachstum einer Kaninchenpopulation beschrieb.
In der Natur, so hieß es, tauche diese Folge immer wieder auf. Auch bei der Anordnung der Blätter eines Baumes. Dort sorgt sie für die maximal mögliche Lichtgewinnung, indem durch diese Anordnung kein Blatt das andere verdeckt und keine zu großen Lücken für das auftreffende Sonnenlicht entstehen.
Aidan entschloss sich, ein eigenes kleines Solarmodell in Form eines Baumes mit Blättern zu basteln, die gemäß dieser Anordnung befestigt wurden. Anschließend stellte er sein Bäumchen in die Sonne und daneben ein klassisches, rechteckiges Solarmodul. Zusätzlich wurde ein Spannungsmesser angebaut. Und siehe da – Aidans Baum produzierte dank seiner Blätteranordnung 50% mehr Sonnenenergie.
Für seine Entdeckung erhielt Aidan den “Young Naturalist Award” des amerikanischen Museums für Naturgeschichte. Oh! Und ein Patent hat er für seine Entdeckung angemeldet.
Dass da nun jemand hingegangen ist und die scheinbar so herausragende Entdeckung als gar nicht sooo herausragend entlarvt – meinetwegen. Nachzulesen hier.
Dennoch. Gute Geschichte, oder? Ich meine, der Junge ist 13. 13! Japp. Ich sach’s ja.
Bild: Gabriela Mehl / pixelio.de