Sonne, liebe Sonne.

In der letzten Zeit warst du ziemlich präsent in unseren Breitengraden. Fast schon ein wenig überpräsent, meinst Du nicht? Versteh mich nicht falsch – wir lieben Dich. Doch wirklich. Und auch die überaus warmen Temperaturen, die Du mit Dir bringst sind eigentlich eine feine Sache. Aber meinst Du nicht, dass Du momentan ein kleinwenig übertreibst?

Liebe Sonne, ich weiß um Deine überaus beeindruckenden Eigenschaften:

Du bist älter als alle anderen Planeten des Sonnensystems. Die Planeten (Erde, Jupiter & Co.) werden auf 4,6 bis 4,7 Milliarden Jahre geschätzt. Wie alt Du bist, weiß niemand so genau.

Etwas 150 Millionen Kilometer bist du von uns entfernt, und trotzdem spüren wir Deine Anwesenheit jeden Tag. Und momentan hat man das Gefühl, dass Du uns näher bist als je zu vor. Und groß bist Du. Ja sogar riesig. Dein Durchmesser beträgt rund 1,4000 Millionen Kilometer, das entspricht dem109-fachem Durchmesser unseres Planeten Erde.
Du spendest uns Wärme (und wie, vor allem in der letzten Zeit – hm, Sonne?). Durch Deine ultravioletten Strahlen werden in unseren Körpern Glückshormone, die sogenannten Endorphine, erzeugt; die Durchblutung und der Stoffwechsel werden angeregt und das wichtige Vitamin D hergestellt. Vitamin D aktiviert den Knochenaufbau und reguliert den Kalziumspiegel im Blut. Durch all das sorgst Du für gute Laune. Und deine Strahlen können heilsam sein – viele Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Akne oder Schuppenflechte werden durch Dich gelindert.

Und dann haben wir da natürlich noch die Sache mit der Solarenergie. Ganz alleine stemmst Du unsere Stromproduktion zwar (noch?) nicht, aber wer weiß, in wie weit es uns in Zukunft gelingt, die Technik dafür zu entwickeln? Die Chancen stehen gar nicht so schlecht, denke ich. Und bis dahin bist zu definitiv eine große Hilfe. Dankeschön.

Ja, Du bist schon toll, liebe Sonne.

Aber du hast im wahrsten Sinne des Wortes auch Schattenseiten.

Hautkrebs, ne? Da bist in den meisten Fällen Du dran Schuld. Und von der Sache mit der Hautalterung will ich gar nicht erst anfangen.

Dennoch ist es irritierend, dass Du zwar massig Energie produzierst und uns offiziell glücklich, wach und lebendig machst, jedoch sehe ich in letzter Zeit fast nur müde Menschen, die vor Dir, und der Hitze, die Du bringst, flüchten. Die erschöpft sind, enorm viel trinken und – seien wir ehrlich – alles andere als energetisch wirken.

Aber weißt Du was liebe Sonne? Ich will Dir gar keine Vorwürfe machen. Denn schließlich kann man sich ja gegen all das schützen. Und wir sind ja auch irgendwo selbst Schuld, wenn wir das nicht machen. Sonnenbrand und vorzeitige Hautalterung sind vermeidbar, wenn man sich entsprechend mit Sonnencreme schützt.

Und außerdem sind wir Menschen ja eh nie zufrieden – denn noch vor wenigen Wochen war es eher kühl und Du, liebe Sonne, hast Dich selten blicken lassen. War uns auch nicht recht. Und wenn Du dann mit voller Wucht auftrittst, fangen wir an zu meckern.

Ach, ich glaube Du hast es mit uns mindestens genauso schwer, wie wir mit Dir. Und es ist ja auch irgendwie unsere Schuld, dass Du Dich teilweise so extrem aufführst: Klimawandel, Ozonschicht und so…Du weißt schon. Tut uns leid.

Ich glaube, liebe Sonne, wir können weder so richtig mit noch ohne einander. Also sollte man versuchen sich zu arrangieren. Wir versuchen, etwas weniger die Umwalt zu zerstören und uns zu schützen – und Du…naja – irgendwas sagt mir, das Du an Deinem Verhalten nicht viel ändern können wirst. Es liegt also an uns, das entsprechende Verhalten an den Tag zu legen. Wir werden unser bestes tun, liebe Sonne.

Liebe Grüße und bleib wie Du bist.

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