Schuldfragen und Handyrechnungen
28.02.2011 | von Die Tarifexperten | Kategorie: Finanzen
“Sag mir, Kind – wie hältst Du’s mit dem Geld?” Die Antwort auf diese Frage könnte so manchen Eltern ganz schön auf den Magen schlagen. Denn die Zahl der Teenager, die bereits in jungen Jahren hoch verschuldet ist, steigt stetig.
Das zumindest berichtete jüngst die Deutsche Vermögensberatung (DVAG). Laut dieser verschulden sich junge Menschen unter 20 Jahren immer häufiger. Um 38 Prozent ist die Zahl der überschuldeten Jugendlichen allein von Oktober 2009 bis September 2010 gestiegen, so eine Untersuchung der Wirtschaftsauskunft Creditreform. Häufigster Grund für den ersten Schritt in die Schuldenspirale ist (oh Wunder!) das Handy.
Die wenigsten Jugendlichen wissen, was sie für ihren Mobilfunkvertrag zahlen. Grundgebühr? Minutentakt? Flatrate? Keine Ahnung. Und die lieben Kleinen telefonieren ja nicht nur. Denn neben den Gebühren für Sprechen und Simsen fallen Kosten für weitere Dienste, wie das Versenden von Bildnachrichten, mobiles Surfen im Internet oder das Herunterladen von Logos, Klingeltönen und Spielen an. Dass es da schnell, ich sage mal …”unübersichtlich” wird, ist kein Wunder. Das könnte sogar noch als schwache Entschuldigung durchgehen. Wenn man sich jedoch auch gar nicht für die Kosten interessiert, die das eigene Mobiltelefon verursacht, würde ich eher die Formulierung “selbst Schuld” vorziehen.
Wer nun aber trotz Selbstverschulden keinen Wert darauf legt, könnte es ja mal mit einer Prepaid-Karte versuchen. Ist das Guthaben bei der nämlich aufgebraucht, ist bis zum nächsten Aufladen weder Telefon noch SMS möglich. So behält man den Kostenüberblick. Wer jedoch bereits auf ein zwielichtiges Klingelton- oder Handybild-Abo hereingefallen ist, kommt nur schwer um die Kosten herum, die sich im Hintergrund anhäufen. Denn selbst wenn die Prepaidkarte leer ist, die angehäuften Schulden verschwinden nicht und ereilen den Schuldner auf die eine oder andere Art früher oder später per Rechnung.
Was kann man also tun? Denn leider ist es doch so: Überzogene Konten durch Handykosten sind nur das Symptom der “Krankheit”. Es könnte ebenso gut eine Verschuldung durch Shoppen mit Konto-Überziehung sein.
Bevor Mama und Papa also Kostensperren, Vorauszahlkarten, Guthabenkonten, die gar nicht überzogen werden können oder sonstige Regulierungsversuche starten, könnten sie Sohnemann und Töchterchen auch einfach mal (bildlich gesprochen) beiseite nehmen und ihnen den Umgang mit Geld beibringen. Am besten von klein auf. Denn das Gefühl für Geld wird keinen Menschen in die Wiege gelegt. Das muss erlernt werden.
Erziehung, ne? Verwegene Idee, ich weiß…
Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de