Die Faxe(n) dicke

22.03.2010 | von | Kategorie: Handy

Meine Handynummer habe ich seit ungefähr 10 Jahren. Ich gehöre zu dieser aussterbenden Spezies, die noch immer einen Prepaid-Tarif nutzt und damit eigentlich ganz glücklich ist. Da sich meine Lebensumstände nun aber geändert haben (neuer Job, festes Einkommen) habe ich ernsthaft in Erwägung gezogen, mir einen Vertrag zuzulegen. Hat ja schon so seine Vorteile, gelle?

In weiser Voraussicht habe ich mich mal über die Anbieterhomepage (ich möchte in einen anderen Tarif bei meinem jetzigen Prepaid-Anbieter wechseln) angemeldet und festgestellt, dass meine Handynummer, die ich seit etwa 10 Jahren nutze, noch immer auf den Namen der Mutter der Freundin meines Bruders (kein Scherz!) registriert ist. Als die Mutter das Handy nicht mehr brauchte (riesiger grauen Klumpen mit Antenne), hat sie es inklusive SIM-Karte ihrer Tochter weitergegeben, und diese wiederum mir. Seit dem nutze ich diese Nummer (mittlerweile im 4. Handy) und habe nie wieder einen Gedanken daran verschwendet, dass die Nummer ja gar nicht auf meinen Namen registriert ist.

Da ich im Zuge meines Jobs nun aber tiefere Einblicke in die lustig-bunte Welt des Mobilfunks habe (inklusive Tarife und Verträge), ahnte ich, dass die Nummer offiziell sicher nicht mir gehört. Der Login auf der Anbieterhomepage bestätigte diesen Verdacht.

Was tun?

Hmmm…„Besitzerwechsel beantragen“… ein PDF! Juhu! Das geht ja sicher einfach…
faxen…? Ich hab kein Fax. Mist. Also den Wisch ausfüllen und auf zum Anbietershop. Die helfen mir bestimmt…

Vor mir steht eine sichtlich gelangweilte junge Dame. Ich erkläre freundlich die Umstände.
„Ja, ich weiß, wer die vorherige Besitzerin ist…Nein, ich komme nicht an ihre Unterschrift. Die wohnt ziemlich weit weg und ich habe zu ihr, um ehrlich zu sein, auch keinen Kontakt….“
„Ja, ohne Unterschrift geht’s nicht…“
„Aber…hier gibt es doch das Feld ‚Hiermit versichere ich, dass mir der bisherige Vertragsinhaber unbekannt ist und ich im Besitz der SIM-Karte bin.’ Könnte ich dann nicht einfach das ankreuzen?“
„Okay.“
Wow. Das war einfach.
Die Mobilfunkanbieterin zwingt mich also indirekt dazu, zu lügen.
Gesagt, getan.
„So. gefaxt“, sagt sie und guckt mich mit einem ‚was jetzt noch?’-Blick an.
„Und wie läuft das nun? Bekomme ich einen Benachrichtigung, wenn das ganze erledigt ist?“
„Ja, eine SMS.“
Aha. Okay. Danke.

Als ich nach zwei Tagen immer noch keine SMS erhalten habe, rufe ich den (immerhin kostenlosen) Prepaid Kundenservice an.
„Es gibt keine SMS. Da hat man Ihnen Unsinn erzählt.“
„Okay….und…jetzt?“
„Also hier ist was angekommen, seh’ ich im System….aber da steht, die Daten seinen unvollständig. Besitzerwechsel konnte nicht durchgeführt werden.“
„Aber ich hab alles ausgefüllt.“
„Jaaa….das glaub’ ich Ihnen, aber wissen Sie, manchmal sind unsere Faxe so unleserlich…
„Bitte…?“
„Ja, da sind dann so schwarze Streifen drauf und so…“
Nee, is klar.
„Ah. Oh… okay…und…JETZT?“
„Am besten Sie schicken es jetzt noch mal per Post.“
„Okay. Mach ich. Wie lange dauert die Bearbeitung dann?“
„Also wenn man den Postweg mit einrechnet…rufen Sie nächsten Mittwoch noch mal an.“
„Gut. Danke. Werde ich.“

Freitag früh ging mein Antrag auf Besitzerwechsel in die Post. Es bleibt spannend.

To be continued…

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