Psssst! Please don’t osborne!
18.07.2011 | von Die Tarifexperten | Kategorie: Internet
Wir müssen uns entschuldigen. Wir haben ihn verpasst! Wovon ich spreche? Den Geburtstag des Laptops. 2011 feiert er seinen 11. Geburtstag. Und da das Jahr noch nicht vorbei ist, wollen es sich die Tarifexperten nicht nehmen lassen, zu gratulieren. Etwas spät zwar, aber deswegen nicht weniger von Herzen. Happy Birthday, Osborne 1.
So hieß es, das erste Notebook: Osborne 1.
Es hatte eine Taktfrequenz von vier Megahertz, sein Massenspeicher war ein Diskettenlaufwerk. Heute hat jedes Smartphone mehr Rechenleistung als Osborne 1, aber deswegen ist seine Rolle für die Entwicklung des Computers und seine Nutzung durch den Menschen kein Stück weniger bedeutsam. Denn Osborne 1 war der erste Computer, den man mitnehmen konnte. Als er in seinem Geburtsjahr 1981 vorgestellt wurde, sorgte er für eine Sensation und, wenn man ehrlich ist, auch für eine Revolution. Erstmals war man nicht mehr abhängig vom eigenen Arbeitsplatz: Rund elf Kilo brachte die Maschine auf die Waage – ein Gewicht, das heutzutage völlig unvorstellbar für einen mobilen, tragbaren Rechner ist.
Einen Akku hatte das neumodische Gerät übrigens nicht. Erst später wurden Batterieakkus verfügbar und erlaubten etwa eine Stunde Computernutzung ohne Steckdose und Kabel.
Trotz der, im heutigen Verhältnis, geringen Leistung und komplizierten Handhabung, dem hohen Gewicht zum Trotze – der Osborne 1 wurde zum Verkaufsschlager. Die ersten 11.000 Geräte verkauften sich in weniger als einem Jahr. Mit der Produktion kam man kaum hinterher: 50.000 weitere Abnehmer warteten schon sehr bald sehnsüchtig auf ihren eigenen Osborne 1. Hersteller Osborne verzeichnete das Firmenhoch seines Lebens.
Doch das Schicksal, bzw. schlechte PR Beratung brachen der Firma schließlich das Genick. Da die Nachfrage nach Osborne 1 so groß war, wurde sehr zügig an einem Nachfolgemodell gearbeitet. Dieses sollte 3 Kilo leichter und günstiger sein. Die Werbetrommel für den Nachfolger wurde bereits 1983 gerührt – doch bereit zur Auslieferung war der neue Koffercomputer erst im Jahr 1984. Dies hatte zur Folge, dass die Verkaufszahlen für Osborne 1, nach Veröffentlichung der Pläne und Vorzüge des bald erscheinenden Nachfolgers, schlagartig einbrachen. Jeder, der sich für einen der Rechner interessierte und mit dem Gedanken spielte, sich einen Osborne zuzulegen, übte sich ab jetzt in Geduld. Wieso jetzt Osborne 1 kaufen, wenn schon nächstes Jahr das neuere, bessere Modell in den Läden stehen würde? Die Firma Osborne ging noch im selben Jahr, 1983 in Konkurs.
Dass es wirklich der taktisch fatale Marketingzug war, der das Unternehmen und damit dem Osborne zu Fall brachte, bestreitet die Firma selbst. Angeblich war die Konkurrenz einfach zu schnell zu stark geworden. Dennoch nennt man heute das zu frühe Preisgeben von Informationen zu neuen Produkten “osborning”.
Quelle: spiegel.de
Bild: piu700 / pixelio.de