Den Handtuchdieben auf der Spur
02.05.2011 | von Die Tarifexperten | Kategorie: Reise
Der Gedanke ist den meisten sicher schon einmal gekommen: Im Urlaub, im Hotel kuschelt man sich in diesen superflauschigen, blütenweißen Bademantel. So einen hätte man auch gerne daheim. Ein Stückchen Urlaubsflair mit in die Heimat nehmen. Aus Sentimentalität vielleicht. Oder eben einfach, weil der Bademantel einfach total cool und so ein Ding im Handel wohl kaum unter 50 Euro zu bekommen ist.
Dasselbe gilt übrigens auch für die Kuschelhandtücher im Hotelbadezimmer. Ist ja auch irgendwo ein tolles Andenken, so ein Handtuch aus dem Ritz-Carlton oder aus dem Adlon. Und Bademäntel oder Hotelhandtücher klauen ist doch eigentlich ein Kavaliersdelikt. Macht doch jeder. Tut doch keinem weg, oder?
Denkste. Hotels rund um den Globus machen Monat für Monat durch die Langfinger-Gäste einen Verlust im 5-stelligen Bereich. Der Grund dafür ist zwar schlüssig, jedoch den wenigsten Urlaubsreisenden bewusst: Die Baumwollpreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Kostete ein simples, super-flauschiges Handtuch in den Vereinigten Staaten sonst um die 5 Dollar, zahlen die Hoteliers inzwischen 8 bis 9 Dollar für ein Handtuch. Kein Wunder also, dass nun versucht wird, Handtuchklau so schwer wie irgendmöglich zu gestalten. Viele Hotels verzichten inzwischen darauf, ihr Logo auf Hoteltextilien drucken oder sticken zu lassen. So verliert das gute Stück enorm an Reiz, so hofft man.
Doch was tun, wenn die Langfinger einfach nicht an sich halten können?
Ein amerikanisches Unternehmen hat sich da nun tatsächlich eine Taktik überlegt, die Erfolg verspricht. Ein Mikrochip, der in die Textilien eingenäht wird, soll die unerlaubte Entwendung derselben verhindern. Linen Technology Tracking nennt sich die technische Innovation und wurde bereits patentiert.
In den USA scheint sich der Chip langsam aber sich zu verbreiten. In Honolulu, Miami und Manhattan wird er bereits in einigen Hotels verwendet – und das sehr erfolgreich. Die Zahl der Diebstähle ist wohl auffallend zurückgegangen.
Wer nun nicht auf sein Urlaubssouvenir verzichten mag, kann in vielen, vor allem großen, renommierten Hotelketten bereits in den hauseigenen Hotelboutiquen jede Menge Artikel mit aufgedrucktem Hotellogo käuflich, und somit ganz legal erwerben.
Aber ob das genauso reizvoll ist, wie der Nervenkitzel, ein Hotelhandtuch verstohlen im Koffer verschwinden zu lassen?