Reise- oder Gehirnmangel?

09.08.2010 | von | Kategorie: Reise

Reisemängel sind für viele Urlauber immer wieder ein Grund, auf die Barrikaden zu gehen. Und das zu Recht, denn wenn der teure Trip von Baulärm oder überbuchten Flügen vermiest wird, hat man alles Recht sich zu beschweren. Wichtig ist dabei jedoch zu unterscheiden, ob das, was einem da gerade auf die Nerven geht, tatsächlich ein Reisemängel ist, den man beim Veranstalter beanstanden kann und sollte, oder ob beispielsweise die vielen komischen kleinen schwarzen Käfer, die sich ab und an ins ansonsten saubere Hotelzimmer verirren, nicht einfach eine Eigenheit des Landes oder der Jahreszeit sind. Soweit, so schlüssig.

Es gibt aber auch Fälle, wo man vorher ausgiebig diskutieren sollte, ob es sich dabei um einen “Reisemangel” bzw. einen echten Grund zur Beschwerde handelt.

Was ist zum Beispiel, wenn nun eine Frau versucht ihre Reisekosten zurückerstattet zu bekommen, weil der Animateur, auf den sie scharf war, es vorzieht, eine andere Teilnehmerin der Reise zu beglücken? Ist das ein Reisemangel? Eher nicht, oder?

Oh, und bevor Sie versuchen, Ihren Reiseveranstalter auf Schmerzensgeld zu verklagen, weil er Sie nicht ausdrücklich darüber in Kenntnis gesetzt hat, dass eine Blitz-Eheschließung in Las Vegas auch in Deutschland noch rechtsgültig ist – denken Sie noch mal drauf ‘rum.

Ebenfalls grenzwertig war die Beschwerde eines Indien-Reisenden, der klagen wollte, weil in quasi jeder indischen Speise Curry enthalten war.

Überhaupt ist Schmerzengeld so eine Sache. Oder haben Sie Mitleid mit dem Typen, der sich beim Reiseveranstalter beschwerte, dass er sich auf der Afrika-Hochzeitsreise  “unzulänglich” fühlte, nachdem er das Gemächt eines Elefanten gesehen hatte?

Ebenso schwierig sind Beschwerden wie: “Der Sand am Strand war weiß. Im Prospekt war er gelb. Ich will mein Geld zurück”, “Der Strand war zu sandig” oder aber (mein persönliches Highlight!) “Uns war nicht bewusst, dass da Fische im Meer sein würden. Die haben den Kindern Angst gemacht.”

Absolut korrekt ist es hingegen, sich über übermäßige Flugverspätungen zu beschweren. Eine Frau hat das aber nicht so ganz verstanden, denn sie beklagte, dass die Amerikaner in nur drei Stunden nach Hause geflogen werden, sie jedoch, als Britin, neun Stunden Flugzeit auf sich nehmen müsse.

Also: bevor Sie sich beschweren, überlegen Sie noch mal ganz genau, was Sie zu beanstanden haben und wie viel Schuld das Hotel bzw., der Reiseveranstalter tatsächlich an den unangenehmen Gegebenheiten hat. Und wenn Sie sicher sind, das da etwas verdammt noch mal schief läuft, beschweren Sie sich – dann aber richtig: http://www.smavel.com/?de-reisemaengel

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