Suchmasken-Terror – oder: Wie buch’ ich Urlaub online?

21.06.2010 | von | Kategorie: Reise

Urlaub ist Stress. Oder halt, nein – Urlaub ist ne super Sache, nur die Zeit davor kann wirklich nervenaufreibend sein. Zumindest, wenn man seinen Urlaub total modern in Internet buchen möchte. Hölle, dein Name ist Suchmaske.

Es ist jedes Jahr dasselbe: total enthusiastisch setzt man sich vor den heimischen PC und ruft die Webseite eines Pauschal-Reise Anbieters auf. Bereits auf der Startseite wird man von traumhaften Frühbucherangeboten oder unverschämt günstigen Last-Minute- Schnäppchen begrüßt. Meistens klickt man da dann einfach zu allererst mal drauf. Die Angebote, die einem dann angezeigt werden, sind jedoch gerne doppelt so teuer wie der beworbene Preis auf der Startseite. Oder aber ganz oben in der Liste der Urlaubsangebote steht der Strandurlaub für 180 Euro – und stellt sich als 5 Tage Trip nach Malle, mit Unterkunft in einem von den Verbrauchern mit 2 von 5 Sternen bewerteten Hotel am A**** der Insel heraus. Und natürlich ist in dem Preis keinerlei Verpflegung enthalten. Juhu.

Also dann doch die Suchmaske mit Wunsch-Reisedaten, Traumzielen und dem Anspruch nach “mindestens Halbpension” füttern. Oh cool! Da kann man anklicke, dass man direkte Strandlage möchte? Machen wir. Tja, und dann besteht noch die Möglichkeit, nach Bewertungen, Weiterempfehlungen und Sternekategorien zu sortieren. Macht man natürlich. Weil… wenn die Möglichkeit schon mal besteht? Meine liebste Option ist übrigens die Preisgrenze. Mehr als das soll’s natürlich nicht kosten. Bis man also all diese völlig realistischen Angaben in die Suchmaske eingegeben hat, sind einige Minuten vergangen – Diskussion mit dem Partner nicht mitgerechnet.

Ja, und wenn man dann auf Suchen klickt, gibt es meistens zwei mögliche Ergebnisse:

“Keine Angebote entsprechen Ihren Suchkriterien”.

Oder:

Ganz viele Ergebnisse, die das System so freundlich war, für den Suchenden auszuwählen – diese entsprechen jedoch in ein bis fünf Kriterien nicht mehr den Wünschen.

Hmm…vielleicht war man da jetzt doch ein kleinwenig zu anspruchsvoll? Eventuell mal ein Paar Angaben ändern. Der erste Frust macht sich breit. Wenn man Urlaub für unter 300 Euro auswählen kann, sollte dann nicht auch Urlaub für unter 300 Euro verfügbar sein? Grmpf.

Also suchen wir doch einfach mal neu. Man klickt auf den Back-Butten, in der Hoffnung, einfach mal schnell “mindestens Halbpension” in “zumindest Frühstück” und die Suchoption “Direkte Strandlage” entfernen zu können.

Stattdessen sind alle Felder wieder blank und man muss von vorne anfangen. Wann wollten wir noch mal weg…?

All das wäre erträglich, wenn man nicht so gierig wäre, das beste Angebot finden zu wollen. Und um das zu finden, muss man eben mehrere Portale durchforsten. Also mindestens sechs, oder so. Und spätestens, wenn man das siebte Mal alle seine Angaben in die Suchmaske eingegeben hat (in drei verschiedenen Varianten wohlgemerkt: einmal mit allen Wünschen, zweimal mit zunehmend weniger Wünschen), steht man kurz vor dem Nervenzusammenbruch: Die Buchstaben und Zahlen verschwimmen, jeder Urlaubsort sieht gleich aus, und egal wie gut das Hotel generell bewertet ist – irgendjemand findet ganz sicher eine Büroklammer im Essen oder eine Kakerlaken im Speisesaal und hinterlässt diese Information in den User-Kommentaren – DA fahren wir nicht hin!

Die Suchmasken-Hölle steht mir dieses Jahr noch bevor. Oder diesmal doch einfach Reiseböro? Ging früher doch auch, oder?

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